16-teiliger Goldschmuck von Hiddensee
- gefunden in Neuendorf auf Hiddensee, Lkr. Vorpommern-Rügen, Gold (insgesamt 595,5 g),
- nordisch/skandinavisch, 2. Hälfte 10. Jahrhundert
- Massiver Halsring, Gold, Durchmesser außen: 13,5 cm
- Scheibenfibel, Goldblech, Durchmesser: 8,0 cm
- Zwischenglieder, Goldblech, Länge: 2,3 cm
- Kreuzförmige Hängestücke, Goldblech, Länge: 5,1–6,9 cm
Der Goldschmuck von Hiddensee ist aus reinem Gold gefertigt und besteht aus 16 Einzelteilen. Er wird in den Jahren 1873 und 1874 sukzessive aufgekauft und soll nach den beiden verheerenden Sturmfluten 1872 und 1874 in Neuendorf auf Hiddensee zutage gekommen sein. Der Halsring wird doppelt gewunden aufgefunden, was auf eine Aufbewahrung in einem Keramikgefäß hindeutet. Alle Schmuckteile weisen Abnutzungsspuren auf. Ob sie von einer Person getragen wurden oder es sich um einen Familienschmuck handelt, bleibt fraglich.
Die Scheibenfibel und die Kreuzanhänger tragen ein Ornament, das skandinavischen Tierstil mit westeuropäischen Flechtbandmotiven und christlicher Kreuzsymbolik verbindet. Die Schmuckstücke sind trotz variierender Details in ihrer Gesamtheit in einer Werkstatt gefertigt. Das große handwerkliche Können, das sich in den Funden widerspiegelt sowie die Goldmenge verweisen auf das Umfeld eines bedeutenden Machtzentrums der Wikinger. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um einen Hortfund.
Text: C.H.